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in Deutschland Arzt sein

In Deutschland Ärztin sein: Interview mit der Gynäkologin Dr. Gökçe Yılmaz

Wir starten eine neue Reihe, um die beruflichen Erfahrungen von Menschen unterschiedlicher Berufsgruppen zu vermitteln, die aus der Türkei nach Deutschland zugewandert sind. Haslet Alp, der Gründer und Karriereberater bei *its your career hat die Gynäkologin Gökçe Yılmaz, die sich 2019 in Deutschland niedergelassen hat, über ihre Erfahrungen als Ärztin in Deutschland gefragt.

Hallo, Frau Bahadır. Können Sie uns kurz etwas über sich erzählen?

2008 habe ich meine Universitätsausbildung an der Medizinischen Fakultät von Cerrahpaşa 2008 abgeschlossen. Nach der ersten medizinischen Fachprüfung TUS begann ich meine Assistenzzeit im Bereich Allgemeinchirurgie an der 19 Mayıs Universität. Nachdem ich anderthalb Jahre in Samsun gearbeitet hatte, entschied ich, dass diese Abteilung nichts für mich ist und bereitete mich wieder auf die TUS vor. In Folge der TUS begann ich als Assistentin in der Bakırköy Gynäkologie zu arbeiten. Nach erfolgreichem Abschluss meiner Assistenzausbildung war ich 2015 wegen des ärztlichen Pflichtdiensts für ca. 2 Jahre im Bezirk von Van tätig. Danach begann ich als Fachärztin in einem staatlichen Krankenhaus in Bolu zu arbeiten. Während meiner Arbeit in Bolu entstand die Idee, nach Deutschland zu ziehen und ich kam im Januar 2019 nach Deutschland.

Wann und wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ärztin zu werden?

Ich glaube, ich wurde von meinem Vater inspiriert. Mein Vater ist Augenarzt. Er hat auch in Cerrahpaşa studiert. Das Bild von ihm in seinem Arzthemd hat meine Entscheidung stark geprägt. Seine Kommunikation mit den Patienten und die Zufriedenheit, die er bei seinen Patienten hinterlassen hat, haben mich sehr beeindruckt. Geld war keine Hauptmotivation in meinem Leben. Mehr als Geld macht es mich glücklich, dieses Lächeln auf den Gesichtern der Patienten zu sehen und zu wissen, dass ich Menschen helfen kann. Ich denke, nichts berührt das Leben eines Menschen mehr als die erste Begegnung mit der Mutter nach der Geburt eines Babys. Dies ist der größte Faktor, der meine Berufswahl beeinflusst.

War das Arbeiten im Ausland ein Traum seit Ihrer Kindheit?

Als ich mich vorher mit meinen im Ausland lebenden Freunden traf, hatte ich nicht viel Interesse an diesem Thema. Ehrlich gesagt fand ich die Idee, nach meiner Spezialisierung und meinem Pflichtdienst neu anzufangen, nicht sehr attraktiv. Während meiner Tätigkeit in Bolu wurden die Arbeitsbedingungen als Arzt in der Türkei für mich ziemlich schwierig. Die Kommunikation mit den Patienten ist mir sehr wichtig. Da die Zeit, die wir für den Patienten zur Verfügung hatten, immer knapper wurde, hatte ich Schwierigkeiten, mit den Patienten zu kommunizieren und Lösungen zu finden. Wie wir wissen, ist das Thema Gewalt im Gesundheitswesen in unserem Land einer der Faktoren, die die Arbeitsbedingungen von Ärzten extrem erschweren. All diese Gründe haben mich zur Entscheidung gebracht motiviert, neue Wege zu gehen.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für Deutschland entschieden?

Als Optionen hatte ich 5 Länder im Auswahl: USA, Kanada, Schweden, Dubai und Deutschland. USA und Kanada habe ich wegen ihrer Entfernung aus familiären Gründen sofort eliminiert. Dubai ist eigentlich eine relativ einfache Option; weil es viel einfacher ist, Anerkennungen zu erhalten. Die Dokumente werden akzeptiert, auch wenn es etwas länger dauert. Sie müssen dort eine Lizenz erwerben und können mit dieser Lizenz ein Jahr lang arbeiten. Aber ehrlich gesagt wollte ich mich nach Westen orientieren. Aus diesem Grund habe ich mich auf die Möglichkeiten von Schweden und Deutschland konzentriert. Ich habe eigentlich angefangen erst Schwedisch zu lernen, aber nachdem mich eine Freundin, mit der ich zusammen studiert habe und die in Deutschland lebt, überzeugt hat, habe ich mich für Deutschland entschieden.

Mit welchem ​​Visum sind Sie nach Deutschland gekommen?

Ich bin mit einem Sprachvisum nach Deutschland gekommen. Bevor ich nach Deutschland kam, habe ich in der Türkei ein gewisses Sprachniveau erreicht und ein Visum beantragt, um meine Sprachfähigkeiten im medizinischen Bereich in Deutschland zu verbessern. Ich habe im Februar 2019 mit dem Deutschkurs begonnen. Im September 2019 bin ich auf das B2-Niveau gekommen und habe ein Zertifikat erhalten.

Ihre Tätigkeit als Ärztin erfordert fortgeschrittene Sprachkenntnisse. Haben Sie Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache?

Nach Erreichen des B2-Niveaus setzte ich die Vorbereitungskurse am Goethe-Institut für die Niveaus C1 und C2 fort. Dann ging ich zum medizinischen Fachdeutschkurs. Obwohl mir aufgrund der Pandemie derzeit die Übung im Alltagsdeutsch fehlt, bin ich mit meiner Kommunikation mit Patienten*innen auf Deutsch sehr zufrieden.

Was halten Sie von Arztgehältern in Deutschland?

Die Arztgehälter in Deutschland sind meiner Meinung nach gerecht; weil es keine große Diskrepanzen dazwischen gibt. In welches Krankenhaus Sie auch immer gehen, Sie befinden sich in einem Tarifsystem. Nehmen wir an, Sie haben als Assistent angefangen, ihr Dienstalter steigt jedes Jahr. Am Ende des fünften Jahres erhalten Sie ein Gehalt als Oberassistent. Wenn Sie die Spezialisierungsprüfung bestehen, wird das gleiche System weitergeführt. Die Gehälter sind transparent und Sie können leicht auf die Informationen im Internet zugreifen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Geld, das ich als Assistent hier bekomme, mehr ist als das Gehalt, das ich als Spezialist in der Türkei bekomme. Natürlich mache ich diesen Vergleich, indem ich private Krankenhäuser ausschließe.

Können Sie uns von den positiven und negativen Erfahrungen erzählen, die Sie bei Ihrer Ankunft in Deutschland gemacht haben und die Sie überrascht haben?

Meine positivste Erfahrung ist, dass man sich als Frau unabhängig von Zeit und Ort sicher fühlt. Nach einer bestimmten Uhrzeit fühlen Sie sich in der Türkei nicht sicher, wenn Sie unterwegs sind. Und es macht mich sehr glücklich, dass Menschen einander auf der Straße freundlich begrüßen, obwohl sie sich nicht kennen. 

Was mich negativ überrascht hat war, dass in Deutschland alles per Brief und nach Termine erledigt wird. Ich hatte sogar einen lustige Situation: Ich brachte mein Fahrrad zu einem Fahrradladen, um es reparieren zu lassen. Unterwegs hatte ich die Gedanken und Hoffnung, dass sie mir das Fahrrad nicht an dem gleichen Tag sondern am nächsten Tag geben, damit ich nicht lange im Laden warten muss. Als ich im Laden war, war die erste Frage des Mechanikers, ob ich einen Termin habe. Als ich verneinte, gab er mir einen Termin erst für nach 20 Tage. Es hat mich sehr überrascht, dass man für eine einfache Reparatur einen Termin braucht und fast ein Monat warten muss. 

Was sind Ihre Empfehlungen für Ärzte, die erwägen, nach Deutschland zu kommen?

Ich würde sehr empfehlen, dass Sie auf Deutsch Wert legen und sich sehr bemühen, Deutsch zu lernen. Es gibt ja mittlerweile viele Möglichkeiten. Man kann einen Sprachtandem finden, die Apps wie Cambly benutzen, oder private Kurse besuchen. Egal wie viel Grammatik man lernt, wenn man mit jemandem in Deutschland sprechen muss, fällt es einem anfangs unglaublich schwer. Ich habe ungefähr 6 Monate gebraucht, um mich an das tägliche Gespräch zu gewöhnen.

Was vermissen Sie in der Türkei am meisten?

Gefüllte Muscheln. Ich vermisse meine Familie und Freunde sehr. Vor der Pandemie flog ich mindestens alle zwei Monate in die Türkei. Natürlich hat diese Häufigkeit nach Beginn der Pandemie stark abgenommen.

Wenn Sie mehr über das Thema Arztsein in Deutschland erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die Website von Dr. Gökçe Yılmaz zu besuchen.

 


 

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2021-10-07

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